Dr. med. Cora Pfisterer

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Informationen

Krebsvorsorge

Neue Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs ab dem 1.1.2020 ˅
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Neue Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs ab dem 1.1.2020

Der Gemeinsame Bundesausschuß (GBA) hat am 22.11.2018 mit Wirkung zum 1.1.2020 die Änderung der Krebsfrüherkennungsuntersuchung im Primärscreening für Zervixkarzinom beschlossen.[1]

Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung wird allen Frauen weiterhin ab dem 20. Geburtstag angeboten und die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Neu ist, dass sich die Art der Probenentnahmen sowie die Untersuchungsintervalle zum Screening auf Gebärmutterhalskrebs nach dem Alter der Frau richten.

Neben der Änderung des Umfanges der Vorsorgeuntersuchungen enthält das neue Programm bei auffälligem Befund ein strukturiertes Abklärungssystem, ein komplexes Datenerfassungssystem sowie ein Einladungssystem der Frauen zur Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs (über die Krankenkassen) aller 5 Jahre (zuletzt im 65. Lebensjahr). Trotzdem gibt es explizit keine Altersbeschränkung für diese Untersuchungen, insbesondere auch nicht für ältere Frauen.

Bitte lesen Sie hierzu die nachfolgende Information zur Krebsfrüherkennung „Ablauf der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung für alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr entsprechend ihrem Alter“.

1 Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschuss (Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen) „Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs künftig als organisiertes Programm“ vom 22.Nov. 2018.
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Ablauf der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung für alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr entsprechend ihrem Alter

20-29. Lebensjahr (keine wesentliche Änderung zu bisherigen Ablauf):

  • gezielte Anamnese (Klärung von Beschwerden, Vorerkrankungen)
  • gynäkologische Untersuchung sowie Untersuchung der genitalen Hautregion
  • Entnahme eines zytologischen Abstriches vom Gebärmuttermund und -hals („Zelltest“, Pap-Test)
  • Besprechung der Untersuchungsergebnisses mit der Frau sowie deren Beratung
  • Verändert ab dem Jahr 2020: bei auffälligem Befund Abklärung nach vorgeschriebenem Algorithmus

30-34. Lebensjahr (keine wesentliche Änderung zu bisherigen Ablauf):

  • gezielte Anamnese (Klärung von Beschwerden, Vorerkrankungen)
  • Untersuchung von Brusthaut, Brustwarzen, Abtasten des Brustdrüsengewebes und zugehörigen Lymphknotenregionen
  • Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust
  • gynäkologische Untersuchung sowie Untersuchung der genitalen Hautregion
  • Entnahme eines zytologischen Abstriches vom Gebärmuttermund und -hals („Zelltest“, Pap-Test)
  • Besprechung der Untersuchungsergebnisses mit der Frau sowie deren Beratung
  • Verändert ab dem Jahr 2020: bei auffälligem Befund Abklärung nach vorgeschriebenem Algorithmus

ab dem 35. Lebensjahr (Änderung zum bisherigen Ablauf):

  • jährliche Vorstellung zur Untersuchung
  • gezielte Anamnese (Klärung von Beschwerden, Vorerkrankungen)
  • Untersuchung von Brusthaut, Brustwarzen, Abtasten des Brustdrüsengewebes und zugehörigen Lymphknotenregionen, gegebenenfalls Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust
  • gynäkologische Untersuchung sowie Untersuchung der genitalen Hautregion

Verändert ab dem Jahr 2020:

  • im 1. Jahr des neuen Screenings: Ko-Testung, d.h. Entnahme sowohl eines zytologischen Abstriches vom Gebärmuttermund und -hals („Zelltest“, Pap-Test), als auch eines HPV-Testes (Test auf Humane Papillomaviren, HPV) vom Gebärmutterhals (Virustest, Verwendung einer kleinen weichen Bürste)
  • bei unauffälliger Ko-Testung im 1. Jahr des neuen Screenings entfällt im 2. und 3. Jahr des Screenings die Entnahme eines zytologischen Abstriches vom Gebärmuttermund und -hals („Zelltest“, Pap-Test). Über mögliche Vor- und Nachteile dieser Änderung in ihrem individuellen Fall beraten wir Sie gern.
  • Besprechung der Untersuchungsergebnisses mit der Frau sowie deren Beratung
  • bei auffälligen Befunden Abklärung nach dem vorgeschriebenen Algorithmus (Kolposkopie, zusätzliche Untersuchungen, gegebenenfalls histologische Sicherung)

ab dem 50. Lebensjahr

  • jährliche Vorstellung zur Untersuchung
  • gezielte Anamnese (Klärung von Beschwerden, Vorerkrankungen)
  • Untersuchung von Brusthaut, Brustwarzen, Abtasten des Brustdrüsengewebes und zugehörigen Lymphknotenregionen, gegebenenfalls Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust
  • Einladung zum Mammographie-Screening aller 2 Jahre im Alter von 50-69 Jahren
  • Beratung zur Darmkrebsfrüherkennung und jährliche Untersuchung auf Blut im Stuhl (iFOBT)
  • gynäkologische Untersuchung sowie Untersuchung der genitalen Hautregion

Verändert ab dem Jahr 2020:

  • im 1. Jahr des neuen Screenings: Ko-Testung, d.h. Entnahme sowohl eines zytologischen Abstriches vom Gebärmuttermund und -hals („Zelltest“, Pap-Test), als auch eines HPV-Testes (Test auf Humane Papillomaviren, HPV) vom Gebärmutterhals (Virustest, Verwendung einer kleinen weichen Bürste)
  • bei unauffälliger Ko-Testung im 1. Jahr des neuen Screenings entfällt im 2. und 3. Jahr des Screenings die Entnahme eines zytologischen Abstriches vom Gebärmuttermund und -hals („Zelltest“, Pap-Test). Über mögliche Vor- und Nachteile dieser Änderung in ihrem individuellen Fall beraten wir Sie gern.
  • Besprechung der Untersuchungsergebnisses mit der Frau sowie deren Beratung
  • bei auffälligen Befunden Abklärung nach dem vorgeschriebenen Algorithmus (Kolposkopie, zusätzliche Untersuchungen, gegebenenfalls histologische Sicherung)
  • es besteht keine Altersbeschränkung gerade auch für ältere Frauen, denn je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, um so besser sind die Heilungschancen

ab dem 55. Lebensjahr

  • Alle Untersuchungen wie ab dem 50. Lebensjahr
  • Überweisung zu zwei Darmspieglungen zur Früherkennung von Darmkrebs im Abstand von mindestens 10 Jahren oder Untersuchung auf Blut im Stuhl (iFOBT) aller 2 Jahre, wenn keine Darmspieglung erfolgt ist.

Erläuterungen

Es werden verpflichtend die Daten aller Frauen, die am Krebsfrüherkennungsprogramm für Gebärmutterhalskrebs teilnehmen, über 6 Jahre erfasst. Danach findet eine Auswertung statt und das neue Primärscreening wird dann auf seine Effektivität zur Senkung der Inzidenz und Mortalität in Bezug auf Gebärmutterhalskrebs sowie der gegebenenfalls auch stattgefundenen Überdiagnostik bewertet.

Zelltest, Pap-Test

Seit Jahren praktiziertes sehr erfolgreiches Verfahren. Zellen werden mittels Wattetupfer und /oder Bürsten vom Gebärmuttermund und –hals entnommen, zur zytologischen Untersuchung vorbereitet, ins Labor geschickt und dort auf Zellveränderungen überprüft. Es findet eine Einschätzung nach der Einteilung des griechischen Arztes Papanicolaou (Pap-Stufen I-V, aktuell Münchner Nomenklatur III für die zytologische Diagnostik der Zervix, Stand 2014) statt. Es wird beurteilt, ob Veränderungen im Sinne von Krebsvorstufen vorliegen. Auch Infektionen oder Hormonmangelsituationen können das Testergebnis beeinflussen. Danach werden Sie beraten, ob weitere Untersuchungen oder Behandlungen stattfinden sollen.

Durch dieses bisher jährlich durchgeführte Verfahren konnte in Deutschland die Erkrankungsrate und die Schwere der Erkrankungsfälle an Gebärmutterhalskrebs, aber auch anderer, nicht virusausgelöster Formen von Unterleibskrebs stark gesenkt werden.

HPV-Test

Durch eine feine Bürste wird am Gebärmutterhals (in der gleichen Untersuchung mit dem Pap-Test) vorsichtig Material entnommen, aufbereitet und ins Labor zur Untersuchung geschickt.

Humane Papilloma Viren (HPV), insbesondere deren high-risk-Formen, können beim Menschen über Krebsvorstufen zu Krebs am Gebärmuttermund bzw.-hals, der Scheide, der Vulva, am Anus, am Kehlkopf, am Mundboden und am Penis führen. Die HPV- low-risk Formen sind Auslöser der verbreiteten Genitalwarzen.

Eine Besiedlung mit diesen Viren bedeutet aber nicht gleichzeitig eine Erkrankung!

Bei über 90 Prozent der Frauen, bei denen diese Viren nachgewiesen werden, werden die Viren im Laufe von Monaten erfolgreich durch das Immunsystem bekämpft und es findet keine Erkrankung (Krebsvorstufe, Krebs) statt. In diesem Zeitraum sind aber zusätzliche Untersuchungen notwendig.

Schützen kann vor dieser Erkrankung die von den Krankenkassen aktuell bis zum 18. Geburtstag übernommene HPV-Impfung (Gardasil 9®). Diese kann auch zu einem späteren Zeitpunkt verabreicht werden. Hierzu bedarf es einer individuellen Beratung. (ist dann ggf. auch eine Privatleistung)

Prinzipiell gilt

Nehmen Sie bitte Ihr Recht zur jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahr. Wir beraten Sie gern zu den einzelnen Methoden, Änderungen im Ablauf, den möglichen Vor- und Nachteilen der Änderungen in Ihrem individuellen Fall, Impfungen und weiteren diagnostischen Methoden.

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Krebsfrüherkennung nach operativer Entfernung des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter ˅
Krebsfrüherkennung nach operativer Entfernung des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter ˄

Sonderfall: Krebsfrüherkennung nach operativer Entfernung des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter

Wurden der Gebärmutterhals und die Gebärmutter entfernt, ist folgender Ablauf der Krebsfrüherkennungsuntersuchung vorgesehen:

  • jährliche Vorstellung zur Untersuchung
  • gezielte Anamnese (Klärung von Beschwerden, Vorerkrankungen)
  • Untersuchung von Brusthaut, Brustwarzen, Abtasten des Brustdrüsengewebes und zugehörigen Lymphknotenregionen, gegebenenfalls Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust
  • gynäkologische Untersuchung sowie Untersuchung der genitalen Hautregion
  • je nach Altersstufe Einladung zum Mammographiescreening und Durchführung der Darmkrebsvorsorge (siehe Abschnitt 50. bzw. 55. Lebensjahr)
  • Besprechung der Untersuchungsergebnisses mit der Frau sowie deren Beratung
  • es besteht keine Altersbeschränkung gerade auch für ältere Frauen, denn je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, um so besser sind die Heilungschancen
  • die Entnahme eines zytologischen Abstriches vom Scheidenstumpf („Zelltest“, Pap-Test) entfällt. Über mögliche Vor- und Nachteile dieser Änderung in ihrem individuellen Fall beraten wir Sie gern. In manchen Fallkonstellationen besteht eine kurative Indikation zur weiteren Durchführung dieses Abstriches.
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Erweiterte Krebsvorsorge

Gynäkologischer Ultraschall in der erweiterten Krebsvorsorge ˅
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Gynäkologischer Ultraschall in der erweiterten Krebsvorsorge

Der gynäkologische Ultraschall ist bei der Abklärung des Verdachtes auf krankhafte Veränderungen der Genitalorgane oder deren Verlaufskontrolle sowie im Rahmen der Krebsnachsorge eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Darüber hinaus kann dieser Ultraschall bei vielen anderen Fragestellungen im Rahmen einer Selbstzahlerleistung sinnvoll eingesetzt werden.

Beim Auftreten von genitalen Karzinomen bei entfernteren weiblichen Verwandten (z.B. Großmutter, Tante, Cousine usw. ) kann er über das Maß der Regelversorgung hinaus diagnostische Fragen beantworten.

Während der Durchführung einer systemischen Hormonersatztherapie werden nach Eintritt der natürlichen Wechseljahre die hormonabhängigen Organe wie die Gebärmutter, die Eierstöcke und das Brustdrüsengewebe über den von Ihrem Körper hinaus vorgesehenen Zeitpunkt hormonell angesprochen. Deshalb sollten diese Organe während der Hormonersatztherapie gezielt und genauer überwacht werden.

Wenn Sie zu den Frauen gehören, die insbesondere stammbetont adipös sind, ist die genitale Tastuntersuchung im Rahmen der Krebsvorsorge in ihrer Aussage eingeschränkt. Hier ist eine zusätzliche Sonographie als Ergänzung sinnvoll.

Beim Vorliegen einer Stenose des Gebärmutterhalses (deutliche Verengung oder Verschluss) zum Beispiel nach Konisation oder auch bei einigen Frauen spontan im Alter kann das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) dadurch kaum durch den Zellabstrich beurteilt werden. Hier besteht die Möglichkeit mittels Sonographie der Gebärmutter und des Endometriums und wenn gewünscht auch der Eierstöcke, die Krebsvorsorge sinnvoll zu ergänzen.

Natürlich können Sie sich einfach jederzeit wünschen, auch wenn keine dieser Konstellationen vorliegt, einen Ultraschall der Genitalorgane in Ergänzung zu Ihrer Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen.

Sprechen Sie mich bitte an, ich berate Sie gern.

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Brustultraschall in der erweiterten Krebsvorsorge ˅
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Brustultraschall in der erweiterten Krebsvorsorge

Der Brustultraschall stellt eine sehr gute Ergänzung zur Mammographie dar. Er verursacht auch keine Strahleneinwirkung auf das Brustdrüsengewebe. Durch die Kombination dieser beiden Verfahren kann für die betroffene Frau eine noch höhere diagnostische Sicherheit erreicht werden.

Der Brustultraschall (Mammasonographie) ist bei einigen medizinischen Fragestellungen fester Bestandteil der Diagnostik (z. B. bei einem „Knoten“ in der Brust). Ebenfalls wird er in der Krebsvorsorge bei Frauen mit einer vorhandenen genetischen Veränderung (BRCA- oder HNPCC-Mutation) eingesetzt. Bei gehäuftem Auftreten von Brustkrebs in der Familie (nach den Vorgaben der medizinischen Fachgesellschaften) sowie in der Krebsnachsorge kommt die Mammasonographie regelmäßig zur Anwendung. In diesen Fällen wird die Leistung von den Krankenkassen getragen.

In bestimmten weiteren Situationen kann eine als Selbstzahlerleistung durchgeführte Mammasonographie sinnvoll sein.

Bei festem, in der Tastuntersuchung im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge eingeschränkt beurteilbaren Brustdrüsengewebe ohne tastbaren Herdbefund oder äußerlichen Veränderung, kann dieser Ultraschall die Tastuntersuchung gut ergänzen.

Wenn in Ihrer Familie bei entfernteren Verwandten (z.B. Großmutter, Tante, Großtante, Cousine) Brustkrebs aufgetreten ist, kann Ihnen ein Brustultraschall mehr Sicherheit in Bezug auf Ihre Gesundheit geben.

Jederzeit steht es Ihnen frei, in Ergänzung zum gesetzlich vorgeschlagenen Mammographiescreening und insbesondere während einer durchgeführten Hormonersatztherapie eine Mammasonographie durchführen zu lassen. Durch eine systemische Hormonersatztherapie nach Eintritt der natürlichen Wechseljahre werden die hormonabhängigen Organe wie das Brustgewebe, die Gebärmutter und Eierstöcke noch deutlich über den von Ihrem Körper vorgesehenen Zeitpunkt hormonell angesprochen. Aufgrund des dadurch dichteren Drüsengewebes ist ein zusätzlicher Ultraschall der Brust sehr sinnvoll, um gegebenenfalls vorhandene Veränderungen des Brustgewebes früher zu erkennen und behandeln zu können.

Jederzeit steht es Ihnen natürlich frei, auch wenn keine der oben genannten Konstellationen vorliegt eine Mammasonographie durchführen zu lassen.

Sprechen Sie mich bitte an, ich berate Sie gern (auch zur Sicherheit und Sensitivität der Methode).

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Immunologischer Stuhltest (FOB) ˅
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Immunologischer Stuhltest (FOB)

Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge hat jede Frau Anspruch auf die jährliche Durchführung eines Immunologischen Stuhltestes zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr.[13] [14] [15] Danach, wenn keine Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt wurde, wird dieser Stuhltest von den Krankenkassen aller zwei Jahre übernommen.

Wenn Sie eine Koloskopie haben durchführen lassen, diese einen unauffälligen Befund erbrachte und nichts anderes bestimmt wurde, wird in den kommenden 10 Jahren keine Stuhluntersuchung von den Krankenkassen zur Darmkrebsvorsorge übernommen. Die Koloskopie wird hier als ausreichend angesehen.

Der Immunologische Stuhltest (immunchemischer Test) funktioniert auf dem Prinzip des Antigen-Antikörper-Nachweises und bindet ausschließlich an menschliches Hämoglobin, welches von Darmpolypen, die die Vorläuferstadien von Darmkrebs darstellen, abgegeben wird. Damit ist dieser Test sicherer, weniger fehleranfällig sowie einfacher durchführbar als der bis März 2017 genutzte biochemische Hämocculttest (Guajak-Test), der auf dem Nachweis von Blut im Stuhl beruhte. Es ist im Vorfeld der Testdurchführung (FOB) auch keine spezielle Diät mehr notwendig (Meidung von blutenthaltenden Nahrungsmitteln).

Ein positives Testergebnis bedingt weiterführende Untersuchungen.

Der immunologische Stuhltest ist ein sicheres Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von okkultem Blut (d.h. nicht sichtbarem Blut) im Stuhlgang. Dadurch kann, wenn notwendig, rechtzeitig eine weitere Abklärungsdiagnostik und Therapie zur Vermeidung von Darmkrebs eingeleitet werden.

Wenn Sie eine immunologische Stuhluntersuchung vor dem 50 Lebensjahr oder in Ergänzung zur Koloskopie wünschen, dann sprechen Sie mich an. Ich berate Sie gern.


13 Brenner H, Tao S. „Superior diagnostic performance of fecal immunochemical tests for hemoglobin in a head-to-head comparison with guaiac based fecal occult blood test among 2235 participants of screening colonoscopy“, in Eur J Cancer. 2013 Sep;49(14):3049-54. doi: 10.1016/j.ejca.2013.04.023.

14 Lipperheide K, Rieks S, Janatzek S.: „Gutachten zum Vergleich immunologischer Stuhltests mit Guajak-basierten Stuhltests in der Darmkrebsfrüherkennung. Version 1.2.“, Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) (Hrsg.). Stand: 28.05.2014

15 „S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom“, AWMF S3-Leitlinie Registriernummer 021-007OL

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Dünnschicht-Zytologie (Thin Prep®) ˅
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Dünnschicht-Zytologie (Thin Prep®)

Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge ist der Zellabstrich vom Muttermund mittels Tupfer/Cone und Cervixbürste Goldstandard. Ziel ist es, Zellveränderung, die später bösartig werden können, möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.[16]

Die Zellen werden bei dem aktuell üblichen „Pap-Test“ (Papanicolaou-Test) auf einem Objektträger ausgestrichen. Leider verbleiben viele der entnommenen Zellen dabei auch am Entnahmeinstrument und gelangen so nicht zur Beurteilung. Nach Fixierung und Färbung wird der Zellabstrich ausgewertet. Die Beurteilung erfolgt nach dem Stufenprinzip des griechischen Arztes Papanicolaou, der dieses Verfahren 1928 vorstellte. (Pap-Gruppe I-V). Seit dieser Zeit sind natürlich auch Anpassungen erfolgt.

Bei manchen Fallkonstellationen bedingen jedoch Beimengungen von Blut und Entzündungszellen eine Überlagerung der Muttermundzellen und damit eine erschwerte Auswertbarkeit. Dadurch können häufiger Kontrollen zur Abklärung notwendig sein.

Hier bietet das Verfahren der Dünnschicht-Zytologie (Thin Prep®) Vorteile.[17] [18] Die Zellentnahme am Muttermund erfolgt wie beim Pap-Test unter Verwendung von kleinen Kunststoffbürsten. Danach werden die Zellen in einer speziellen Lösung „ausgewaschen“ und konserviert. Dadurch kommen mehr Zellen zur Beurteilung. Nach Spezialpräparation im Labor gelingt eine genauere mikroskopische Beurteilung der Muttermundzellen aufgrund des besseren Erhaltungszustandes der Zellen und fehlender „störender Überlagerungen“ durch andere Zellen. Der Wirkungsgrad der Methode wird so gesteigert.


16 „S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom“, AWMF S3-Leitlinie Registernummer 032 - 033OL.

17 S3-Leitlinie Prävention des Zervixkarzinoms“„ AWMF S3-Leitlinie Registernummer 015 – 027OL

18 Klug, S.J., K.J. Neis, W. Harlfinger, et al., A randomized trial comparing conventional cytology to liquid-based cytology and computer assistance. Int J Cancer, 2013. 132(12): p. 2849-57.

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Zusätzliche Laboruntersuchungen ˅
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Zusätzliche Laboruntersuchungen

Wenn Sie zusätzliche Laboruntersuchungen zum Beispiel zur Frage der Hormonsituation, des Vitaminstatus oder der Fertilität wünschen, die nicht von den Krankenkassen erstattet werden, sprechen Sie mich bitte an, ich berate Sie gern.

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